Was sind Light User? In Odoo ist der Light User eine neue, günstigere Lizenzart für Mitarbeitende, die Odoo nur für ihre eigenen Anliegen nutzen: Urlaub beantragen, Spesen einreichen, stempeln. Odoo hat ihn auf der Odoo Experience 2026 in Brüssel vorgestellt, für 7,90 € pro Monat.
Klingt nach einer Entlastung, und für manche Unternehmen ist es das auch. Im Kleingedruckten steht allerdings noch ein zweiter Satz: Als Light User zählt auch jeder aktive Mitarbeiterdatensatz, der keinen eigenen Benutzer hat. Also genau die Mitarbeitenden, die bisher überhaupt keine Lizenz gekostet haben.
In diesem Beitrag erklären wir, was ein Light User in Odoo ist, was er darf, was er kostet und wen die neue Regel trifft. Laurence hat das Thema außerdem in Folge 79 vom ERP-Stammtisch auseinandergenommen. Die Folge könnt ihr weiter unten direkt anhören.
Was ist ein Light User in Odoo?
Kurz erklärt: Ein Light User ist in Odoo ein Nutzer mit eingeschränkten Rechten. Er kann Odoo für eigene Anliegen verwenden, zum Beispiel Urlaub beantragen, Spesen einreichen, Arbeitszeit stempeln, die eigene Planung ansehen, die Kasse bedienen oder im Lager scannen. Ein Light User kostet 7,90 € pro Monat. Seit Odoo 20 zählt außerdem jeder aktive Mitarbeiter ohne eigenen Benutzer automatisch als Light User.
Der Light User liegt damit zwischen zwei bekannten Nutzerarten: dem internen Benutzer, der in Odoo arbeitet und eine volle Lizenz braucht, und dem Portalbenutzer, also Kunden oder Lieferanten, die kostenlos ihre Angebote, Rechnungen oder Tickets im Portal sehen.
Die Rolle ist neu mit Odoo 20. In Odoo 19 und älter gibt es sie noch nicht. Übrigens: Im Marketing steht „Light User“ auch für Wenignutzer eines Produkts. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Lizenzart in Odoo.
Was kostet ein Light User in Odoo?
Ein Light User kostet laut Odoo 7,90 € pro Monat. Er kam zusammen mit der ersten Preisanpassung seit Jahren. Odoo begründet sie mit einer kumulierten Inflation von 26 % seit 2022 und gestiegenen Kosten für KI, Hosting und IT. Die Eckpunkte des neuen Odoo-Pricings:
| Plan | Was sich ändert |
|---|---|
| One App Free | Bleibt kostenlos: eine App, unbegrenzt viele Nutzer. |
| Standard | Preis bleibt unverändert, ab 19,90 € pro Nutzer und Monat. |
| Custom | Rund 20 % teurer, aktuell ab 35,90 € pro Nutzer und Monat. Enthält weiterhin Studio, Multi-Company, externe API sowie Odoo.sh und On-Premise. |
| Light User (neu) | 7,90 € pro Monat für Mitarbeitende mit eingeschränktem Zugriff. |
Die aktuellen Listenpreise findet ihr auf der offiziellen Preisseite von Odoo. Was ihr konkret zahlt, hängt außerdem von Abrechnungsintervall, Laufzeit und eurem bestehenden Vertrag ab.
Wichtig: Light User lassen sich nicht einfach per Klick dazubuchen. Odoo vergibt sie aktuell über ein individuelles Angebot nach einem Gespräch mit einem Odoo Advisor.
Was darf ein Light User in Odoo?
Der Light User ist für Mitarbeitende gedacht, die Odoo für sich selbst nutzen, aber nicht im System „mitarbeiten“. Sie schreiben also keine Angebote, buchen nichts und steuern keine Projekte. Laut Odoo umfasst der Light User:
- Als Nutzer: eigene Abwesenheiten, eigene Spesen, eigene Beurteilungen, eigene Anwesenheiten, Empfehlungen, eigene Planung, Außendienst (Field Service), Barcode-Bedienung im Lager sowie Lesezugriff auf die Wissensdatenbank.
- Als Mitarbeitende: Gehaltsabrechnungen erhalten, die Kasse (Point of Sale) bedienen und den Shopfloor in der Fertigung nutzen.
Wer darüber hinaus in Verkauf, Einkauf, Buchhaltung oder Projekten arbeitet, braucht weiterhin einen vollwertigen Benutzer.
Light User, interner Benutzer und Portalbenutzer im Vergleich
| Light User | Interner Benutzer | Portalbenutzer | |
|---|---|---|---|
| Für wen? | Mitarbeitende, die Odoo für eigene Anliegen nutzen | Mitarbeitende, die in Odoo arbeiten | Externe wie Kunden und Lieferanten |
| Typische Nutzung | Urlaub, Spesen, Stempeln, Planung, Kasse, Lager-Scan, Shopfloor | Verkauf, Einkauf, Buchhaltung, Projekte und alle weiteren Apps | Angebote, Rechnungen oder Tickets im Kundenportal ansehen |
| Preis | 7,90 € pro Monat | ab 19,90 € (Standard) oder ab 35,90 € (Custom) pro Monat | kostenlos |
| Lizenzpflichtig? | Ja | Ja | Nein, außer der Zugang gehört zu einem Mitarbeiterdatensatz |
Der Haken: Mitarbeiter ohne Login zählen als Light User
Auf der Bühne klang der Light User nach einer günstigeren Option für Außendienst, Handwerker oder Lagerpersonal. Laurence war am ersten Messetag genauso begeistert. Am Abend ist er dann über eine Diskussion im Odoo-Subreddit gestolpert und hat nachgelesen.
Das Ergebnis steht an drei Stellen, und alle drei sind eindeutig:
- Im Lizenzvertrag: Die neue Version 13 des Odoo Enterprise Subscription Agreement vom 24. September 2026 definiert als Light User jeden als Light User markierten Benutzer und jeden aktiven Mitarbeiterdatensatz aus der Mitarbeiter-App, der nicht mit einem aktiven internen Benutzer verknüpft ist.
- In den FAQ der Preisseite: Dort nennt Odoo als Beispiel für einen zahlenden Nutzer ausdrücklich „An employee without users“.
- Im Quellcode von Odoo 20: Die Mitarbeiter-App übermittelt bei der regelmäßigen Lizenzprüfung jetzt eine eigene Kennzahl an Odoo: die Anzahl aktiver Mitarbeitender ohne Benutzer, mit deaktiviertem Benutzer oder nur mit Portalzugang. In Odoo 19 gibt es diese Zählung noch nicht.
Auch auf der Keynote-Folie stand übrigens „Light Users and Active Employees“, mit einem Sternchen. Erklärt wurde es nicht.
„Ich hätte das gar nicht so negativ empfunden, wenn man sich auf die Bühne gestellt und es so gesagt hätte. Aber nicht so: klein gedruckt, und dann muss ich es auf Reddit lesen.“
Laurence Labusch im ERP-Stammtisch, Folge 79
Für wen lohnt sich der Light User und wen trifft er?
Für viele kleine und mittlere Unternehmen ändert sich gar nichts. Wenn jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ohnehin einen normalen Odoo-Benutzer hat, ist der Mitarbeiterdatensatz durch diese Lizenz abgedeckt. Ihr merkt von der neuen Regel nichts.
Sparen können Unternehmen, die Mitarbeitenden bisher einen vollen Benutzer gegeben haben, nur damit sie Urlaub beantragen oder Spesen einreichen. Diese Mitarbeitenden könnt ihr künftig als Light User führen, für 7,90 € statt einer normalen Lizenz.
Mehr zahlen Unternehmen mit vielen Mitarbeitenden, die in Odoo verwaltet werden, aber selbst nicht darin arbeiten. Typisch sind Fertigung, Lager, Filialen oder Schichtbetriebe: Urlaub, Schichtplanung und Zeiterfassung per Chip laufen über Odoo, einen eigenen Login haben diese Mitarbeitenden aber nicht. Bisher kostete das keine Lizenz.
Rechenbeispiel: Ein Produktionsbetrieb hat 50 Odoo-Nutzer im Büro und 450 Mitarbeitende in Fertigung und Lager, die nur in der Mitarbeiter-App geführt werden.
450 × 7,90 € = 3.555 € pro Monat, also rund 42.660 € im Jahr zusätzlich zum Listenpreis. Bei 1.000 Mitarbeitenden ohne Login wären es schon 7.900 € im Monat.
Nach unserem Verständnis greift die Regel, sobald eure Odoo-Version Light User unterstützt, also mit Odoo 20. Wer den Wechsel auf Odoo 20 plant, sollte das vorher durchrechnen.
Noch offen: die offizielle Aussage von Odoo
Auf der Messe konnte uns niemand bei Odoo eine klare Antwort geben. Mehrere Gesprächspartner hielten es sogar für ausgeschlossen, dass Mitarbeitende ohne Login mitgezählt werden. Vertrag, Preisseite und Quellcode sagen etwas anderes.
Wir haben deshalb bei unserer Partnerbetreuung eine offizielle Stellungnahme angefragt. Denn wie Laurence im Podcast sagt:
„Ich kann ja niemanden zu einem Lizenzvertrag beraten und dann nicht wissen, wie sich die Kosten zusammensetzen.“
Sobald die Antwort da ist, aktualisieren wir diesen Beitrag und besprechen sie in der nächsten Folge vom ERP-Stammtisch. Und ganz klar: Die Kolleginnen und Kollegen bei Odoo, die uns als Partner betreuen, machen einen super Job. Die Kritik richtet sich an die Art, wie die Änderung kommuniziert wurde, nicht an sie.
Unsere Einordnung: Odoo bleibt günstig, aber die Art zählt
Bei aller Kritik gehört auch das dazu: Odoo ist im Vergleich zu anderen ERP-Systemen weiterhin sehr günstig. Wer Salesforce, SAP oder Microsoft Dynamics danebenlegt, bekommt bei Odoo für weniger Geld einen deutlich größeren Funktionsumfang.
„Die Preise sind im Verhältnis zu allem anderen immer noch sehr günstig. Nicht ein bisschen, sondern sehr.“
Laurence Labusch
Laurence trennt deshalb seit Jahren zwischen Odoo, der Firma, und Odoo, der Software. Die Software ist Open Source und überzeugt uns nach wie vor. Bei Entscheidungen der Firma schauen wir genau hin und sagen es offen, wenn uns etwas nicht gefällt.
Das betrifft auch eine Regel, die schon länger gilt und oft übersehen wird: Wer auf einer Version älter als die drei aktuellsten Hauptversionen bleibt, zahlt laut Lizenzvertrag einmal jährlich einen Aufschlag von 25 % auf die Lizenzkosten. Das ist kein freiwilliges Upgrade-Paket, sondern greift automatisch.
Checkliste: Light User vor dem Wechsel auf Odoo 20 prüfen
- Mitarbeiterdatensätze zählen: Wie viele aktive Mitarbeitende in eurer Mitarbeiter-App haben keinen internen Benutzer, einen deaktivierten Benutzer oder nur einen Portalzugang? Genau diese Zahl zählt künftig als Light User.
- Datenbestand aufräumen: Ausgeschiedene Mitarbeitende, Testdatensätze oder Dubletten sollten archiviert sein. Gezählt werden nur aktive Datensätze.
- Rollen neu bewerten: Wer braucht wirklich einen vollen Benutzer? Wer kommt mit einem Light User aus? Hier kann sich auch Sparpotenzial verstecken.
- Plan prüfen: Braucht ihr Studio, Multi-Company, die externe API, eigene Module oder Odoo.sh? Dann bleibt es beim Custom-Plan. Wenn nicht, lohnt ein Blick auf den Standard-Plan.
- Verlängerung im Blick behalten: Liegt euer bisheriger Preis unter dem aktuellen Listenpreis, darf Odoo ihn laut Vertrag bei jeder Verlängerung um bis zu 7 % pro Jahr anheben.
- Migration auf Odoo 20 vorher durchrechnen: Kalkuliert die Lizenzkosten nach dem Upgrade, bevor ihr den Termin festlegt.
Übrigens: Ihr müsst nicht Version für Version migrieren. Von Odoo 16 geht es direkt auf 19 oder 20, ohne Zwischenstopp auf 17 und 18. Wenn euch euer Partner für jede Zwischenversion eine eigene Migration berechnen will, fragt nach oder holt euch eine zweite Meinung.
Häufige Fragen
Alles rund um Light User in Odoo
Ein Light User ist in Odoo ein Nutzer mit eingeschränkten Rechten. Er nutzt Odoo nur für eigene Anliegen wie Urlaub, Spesen, Zeiterfassung oder Planung und ist deshalb günstiger als ein normaler Benutzer.
Laut Odoo 7,90 € pro Monat. Gebucht wird er aktuell über ein individuelles Angebot, nicht direkt im Online-Shop.
Portalbenutzer sind Externe wie Kunden oder Lieferanten und kostenlos. Light User sind eigene Mitarbeitende mit eingeschränktem Zugriff aufs Backend und kosten eine Lizenz. Ein Mitarbeiterdatensatz, der nur mit einem Portalbenutzer verknüpft ist, zählt als Light User.
Nein. Dafür braucht es einen internen Benutzer mit normaler Lizenz. Light User sind auf Funktionen für die eigene Person beschränkt, dazu kommen Kasse, Lager-Scan und Shopfloor.
Ja, laut Lizenzvertrag Version 13 zählt jeder aktive Mitarbeiterdatensatz ohne aktiven internen Benutzer als Light User, sobald die eingesetzte Odoo-Version Light User unterstützt. Eine offizielle Stellungnahme von Odoo dazu steht noch aus.
Nach aktuellem Stand nein. Die Rolle kommt mit Odoo 20. Wie Odoo mit bestehenden Verträgen umgeht, ist offiziell noch nicht kommuniziert.
Nein. Laut Odoo bleibt der Standard-Plan unverändert. Die Erhöhung um rund 20 % betrifft den Custom-Plan.
Jetzt reinhören: ERP-Stammtisch Folge 79
In Folge 79 „Odoo 20 (Part 1)“ sprechen Raphael und Laurence ausführlich über das neue Pricing, den Light User und die Stimmung auf der OXP 2026. Danach geht es um die ersten Neuerungen in Odoo 20, unter anderem in der CRM-App.
Lieber woanders hören? Folge 79 im Web-Player oder auf Spotify, dort auch mit Video.
Unser Fazit: Erst rechnen, dann upgraden
Der Light User kann Geld sparen. Er kann aber auch Kosten für Mitarbeitende auslösen, die bisher gar nichts gekostet haben.
Welche Seite bei euch überwiegt, hängt von eurer Struktur ab. Genau das solltet ihr wissen, bevor ihr auf Odoo 20 geht. Wir schauen uns eure Lizenzsituation gerne gemeinsam mit euch an und rechnen durch, was das neue Pricing für euch bedeutet.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag gibt unsere eigene Einschätzung wieder und ist keine Rechtsberatung. Preise und Vertragsinhalte entsprechen dem öffentlich abrufbaren Stand vom 30. September 2026: Odoo-Preisseite inklusive FAQ, Odoo Enterprise Subscription Agreement, Version 13 und Quellcode von Odoo 20 (Modul hr, Lizenzprüfung). Eine offizielle Stellungnahme von Odoo zur Zählung von Mitarbeitenden ohne Benutzer steht noch aus. Wir aktualisieren den Beitrag, sobald sie vorliegt.